Iris Birnbacher geht – aber „nicht so ganz“ …

Jetzt heißt es Abschied nehmen: Iris Birnbacher, langjährige Leiterin der Kita Unter dem Regenbogen, geht in Rente. Am 15. Juli wird sie im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich verabschiedet.

Iris Birnbacher vor dem Anbau der Kita Unter dem Regenbogen.

„Ich war etwa 35 Jahre in der Kita und 38 Jahre im Kitawerk“, so die 65-Jährige. „Mein Anerkennungsjahr als Erzieherin habe ich in St. Michael absolviert, vorher war ich während meiner Ausbildung in den Kitas St. Lazarus und Griechenzentrum.“ Für den Beruf habe sie sich erst spät entschieden. „Zuerst war ich Avon-Beraterin in meinem Heimatdorf Geschendorf“, blickt sie mit leichtem Schaudern zurück. „Dann habe ich einen Sommer lang auf dem Bau in Berlin-Kreuzberg gejobbt. Mein Vater war dort Maurermeister.“ Ihr Gesicht hellt sich auf, als sie davon erzählt.

Die Erzieherin und Diplom-Sozialpädagogin (FH) betrachtet Pädagogik als eine Wissenschaft, die sie in der Kita ganz praktisch anwenden konnte: „Sie hilft dabei, Abläufe zu strukturieren und Krisensituationen zu meistern.“ Das berufsbegleitende Studium vor 20  Jahren habe ihr noch zusätzliches wichtiges Rüstzeug für die Leitung einer Kita vermittelt. „Außerdem hat mir ein stabiles privates Umfeld geholfen - und Yoga“, so die Mutter einer erwachsenen Tochter und baldige zweifache Großmutter „Ich bin in der Kita keinem Problem aus dem Weg gegangen und gehe heute aufrecht in die Rente – anstatt auf dem Zahnfleisch.“

Ihr persönliches Highlight war der Umbau der Kita im Jahr 2018. Die Maßnahmen umfassten eine Sanierung des ehemaligen Gemeindehauses von 1952 und einen modernen, lichtdurchfluteten Anbau mit bodentiefen Fenstern und natürlichen Materialien. „Dieses schöne Haus mit planen zu dürfen, war ein Geschenk“, so die scheidende Kita-Leiterin. „Aber auch unsere Kinder konnten darüber mitentscheiden. Bis heute leben wir hier Demokratie, halten jeden Morgen eine Versammlung mit den Kindern ab. Unser pädagogisches Konzept ist eine runde Sache und wird immer noch weiterentwickelt. Wir haben uns getraut, die Kita zu öffnen und damit viel für Eltern und Kinder erreicht“, sagt Iris Birnbacher mit bescheidenem Stolz. „Durch eine trägerübergreifende Kooperation haben wir auch unser Kinderparlament, den ,Regenbogenrat‘, implementiert.“

Eine Nachfolge für die Kita-Leitung ist schon bestimmt. Doch „niemals geht man so ganz“, wie es schon Trude Herr in ihrem gleichnamigen Song formuliert hat. Denn Iris Birnbacher bleibt vorerst mit ihrem Mann in der Wohnung über der Kita – wo das Paar bereits seit 20 Jahren lebt. „Da hat früher der Pastor gewohnt“, erklärt sie. „Der musste aber ausziehen, weil sein Bernhardiner die Treppe nicht mehr hochkam. Der damalige Propst hat mir dann die Erlaubnis gegeben, dort einzuziehen.“  

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