„Die Kinder geben mir viel Kraft“

Kita-Leiterin Claudia Rabia ist seit 40 Jahren im Dienst

24.09.2019

Ein 40-jähriges Dienstjubiläum ist etwas Besonderes. Claudia Rabia, Leiterin der Ev.-Luth. Kindertagesstätte Griechenzentrum, hat es geschafft. Bereits seit vier Jahrzehnten ist die 60-Jährige in der Kita angestellt. „Ich wollte nie woanders hin und komme immer noch jeden Tag mit Freude zur Arbeit“, sagt die Erzieherin.

Als 16-Jährige hat Claudia Rabia ihr Vorpraktikum in einem Kinderheim an der Ostsee absolviert. „Dort habe ich ohne Anleitung schon eine Gruppe geleitet“, erinnert sie sich. „An meiner Schule in Neustadt sagte man mir dann, das ginge so nicht. Deswegen habe ich mich beim Diakonischen Werk in Lübeck beworben.“ Dort wurde ihr bald ein Platz im Griechenzentrum angeboten, wo Rabia ihr Erzieherhelferjahr beendete. Zur Fortsetzung ihrer Ausbildung besuchte sie die Dorothea-Schlözer-Schule. „Pastor Paulsen, der damalige Leiter des Diakonischen Werks, hat mir gleich eine Stelle angeboten“, so Rabia. „Aber ich wollte nochmal den Vergleich mit einem anderen Träger.“

Leider machte sie dort keine guten Erfahrungen. „In der Einrichtung, in der ich gearbeitet habe, gab es damals eine massive Ausländerfeindlichkeit gegenüber Kindern aus Migrantenfamilien“, berichtet Claudia Rabia. „Ich konnte dort nicht mehr arbeiten.“ Vor ihrem Weggang beschwerte sie sich noch beim Träger – mit Folgen: „Die Einrichtung wurde im Nachgang geschlossen.“

Seit ihren ersten Erfahrungen an der Kita Griechenzentrum liegt Claudia Rabia das Thema Integration am Herzen. „Damals, in den siebziger Jahren, gab es noch viele griechische Einwanderer in Lübeck“, blickt sie zurück. „Für diese Familien war unsere Einrichtung eine Anlaufstelle. Ihre Kinder wurden zusammen mit deutschen Kindern betreut.“ Bis heute würden  hier griechische Bräuche gepflegt – vor allem die traditionellen Tänze. Inzwischen sei die Kita „multikulturell“, wie Rabia sagt, so habe sie etwa Familien aus der Türkei, Bulgarien, Rumänien, dem Irak und Polen. Tanz und Musik seien zwei wichtige Schwerpunkte der Einrichtung, es gebe eine Tanz-AG und eine Gitarren-AG für die Kinder ab fünf Jahren. Sie selbst spielt in einer Gitarrengruppe namens „Grenzenlos“ mit, was irgendwie passend ist.

„Das Schöne ist, dass es hier immer Kolleginnen und Kollegen gibt, die meine Begeisterung teilen“, sagt Claudia Rabia. „Ich habe ein tolles Team.“ Zum Dienstjubiläum hätte dieses sie mit einer Feier überrascht und dazu auch Gäste eingeladen. „Die Kinder und Mitarbeitenden standen für mich mit Blumen Spalier – das war sehr berührend“, erzählt die Kita-Leiterin. Es sind wohl auch Momente wie diese, die Claudia Rabia ihren Beruf so lieben lässt. Vor allem aber seien es die Kinder, sagt die Jubilarin: „Sie geben mir viel Kraft.“

Ihren vierwöchigen Sonderurlaub zum Jubiläum hat sie hauptsächlich mit ihrem einjährigen Enkelsohn verbracht. „Da habe ich Tagesmutter gespielt“, lacht sie. „Das war sehr schön.“

Claudia Rabia mit den Kita-Kindern Feza (5), Mias (5), Katinka (5), Julian (6) und Sophie (6).