Kindertagespflege: Künftig mit noch mehr Qualität

Auftakt zum Bundesprogramm im Lübecker Rathaus

06.10.2016

Etwa 100 Interessierte besuchten am Dienstag (4.10.) die Auftaktveranstaltung zum neuen Bundesprogramm Kindertagespflege im Lübecker Rathaus. Die Hansestadt gehört als einziger Standort in Schleswig-Holstein zu 30 Modellkommunen für die pädagogische Weiterentwicklung und Qualitätssicherung im Bereich Kindertagespflege. Unter dem Motto „Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ fördert das Bundesfamilienministerium das Programm bis Ende 2018.

Rund 270 Kindertagespflegepersonen betreuen in Lübeck etwa 1100 Kinder, die meisten unter drei Jahren. „Kindertagespflege in Lübeck ist ein Erfolgsmodell“, sagte die Jugend- und Bildungssenatorin Kathrin Weiher in ihrer Eröffnungsrede. „In den letzten Jahren haben wir die Betreuungsplätze verdoppelt.“ Der „Lübecker Weg“, die enge Zusammenarbeit von Stadt und Verbund Kindertagespflege, bestehend aus Vorwerker Diakonie, Kitawerk Lübeck und der Berufsausbildungs- und Qualifizierungsgesellschaft Lübeck (BQL) GmbH, sei beispielhaft. „Jetzt bietet sich die Chance, mit der Förderung diesen Bereich auch qualitativ weiter voran zu bringen“, so die Senatorin.

Genau darum geht es bei dem neuen Bundesprogramm. Ein zentrales Anliegen ist die Umsetzung eines neuen Qualifizierungshandbuches Kindertagespflege (QHB), das das Deutsche Jugendinstitut (DJI) veröffentlicht hat. Aus Leipzig war eine der Autorinnen, die Diplom-Pädagogin und ehemalige Tagesmutter Claudia Ullrich-Runge, angereist, um die wesentlichen Bausteine zu erläutern. Eine deutliche Erweiterung des bisherigen Qualifizierungsangebots soll Tagesmütter und –väter künftig in ihren Kompetenzen und Fähigkeiten stärken. Diplom-Pädagogin Bettina Durt stellte das geplante Konzept der BQL für die neuen Grund- und Anschlussqualifizierungen vor. So beinhalten die neuen Qualifizierungskurse künftig 300 Unterrichtsstunden statt der bisher bundesweit üblichen 160. Hinzu kommen ein Erste-Hilfe-Kurs, Selbstlerneinheiten sowie zwei Praktika in der Kindertagespflege und einer Kindertagesstätte. „Wir freuen uns nun auf viele Anmeldungen für die im Januar beginnenden Kurse“, so Bettina Durt.

Die Fachberatung Kindertagespflege des Kitawerks wird sich flankierend den Schwerpunkten Inklusion und Qualitätssicherung der Fachberatung widmen. Diese unterstützt und begleitet mit sieben Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen die Kindertagespflegepersonen und deren Eltern. „Im Bereich Inklusion planen wir den Ausbau von Fortbildung, Beratung und Vernetzung“, erläuterte die Koordinatorin der Fachberatung, Claudia Mersmann, „etwa durch die Einführung eines regelmäßigen Gesprächskreises für Kindertagespflegepersonen sowie die Entwicklung und Bereitstellung eines Internet-Portals mit Informationen zum Thema ,Menschen mit Migrationshintergrund‘.“
 
Bundesprogramm Kindertagespflege „Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“
Mit dem Bundesprogramm „Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Weiterentwicklung des Systems Kindertagespflege und die Sicherung der Qualität der pädagogischen Tätigkeit von Kindertagespflegepersonen.

Von Januar 2016 bis Dezember 2018 werden rund 30 Modellstandorte gefördert, die das neue kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch (QHB) implementieren sowie die damit verbundenen strukturellen Erweiterungen im regionalen System der Kindertagespflege umsetzen.

Kontakt
Kitawerk: Claudia Mersmann, Tel. (0451) 88067-125; mersmann@kitawerk.de
BQL:        Bettina Durt, Tel. (0451)30500-142; bettina.durt@bq-luebeck.de




(V. l.) Claudia Ullrich-Runge (DJI), Nadine Wiederhold und Claudia Mersmann (Kitawerk), Bettina Durt (BQL), Renate Heidig und Klaus-Peter Jürgensen (Fachbereich Kultur und Bildung) sowie Senatorin Kathrin Weiher am Rande der Veranstaltung im Lübecker Rathaus.