Kitas werden zu „Kompetenzorten“

Erste Fachtage zum Kinderschutzkonzept stärken die Einrichtungen

05.06.2018

„Wir wollen, dass keine unserer Kitas zum Tatort wird, sondern sie alle zu Kompetenzorten werden.“ Mit diesen Worten stimmte Nadine Wiederhold, Pädagogische Leiterin des Kitawerks Lübeck, im Rahmen von zwei Fachtagen Kita-Mitarbeitende auf das Thema „Schutzkonzepte als Prävention vor sexuellem Missbrauch von Kindern innerhalb der Einrichtungen“ ein. Mehr als 350 Fachkräfte der 37 Evangelisch-Lutherischen Kindertagesstätten folgten am 25. Mai und am 2. Juni der Einladung in die Media Docks Lübeck.

Einen ersten Fachtag hatte das Kitawerk bereits im vergangenen Herbst gemeinsam mit der Gemeindediakonie Lübeck veranstaltet. Als Auftakt einer zweijährigen Veranstaltungsreihe zur Entwicklung eines eigenen Kinderschutzkonzeptes hatte die Berliner Diplom-Pädagogin Ulli Freund erstmals Leitungskräfte mit dem Thema vertraut gemacht.

„Ulli Freund ist es an diesem Tag gelungen, die Herzen der Anwesenden für dieses Thema zu öffnen und vor allem die Dringlichkeit des Themas im beruflichen Alltag zu vergegenwärtigen“, so Nadine Wiederhold. „Als Beteiligte war uns klar, dass wir diese Erfahrung allen unseren Fachkräften zur Verfügung stellen möchten, um dann gemeinsam in die Erarbeitung von Schutzkonzepten zu starten.“
Als Partner für die beiden folgenden Fachtage hatte das Kitawerk nun das Institut für Gewaltprävention „Petze e. V.“ aus Kiel gewonnen. Sein zentrales Anliegen ist der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch; dazu schult es landesweit pädagogische Fachkräfte und entwickelt praxisnahe Materialien und Projekte.  

Sieben Stunden lang verfolgten die Fachkräfte das Thema mit einer hohen Aufmerksamkeit und großem Interesse und zeigten abschließend eine große Bereitschaft, an diesem Thema im Team zu arbeiten. „Unser Ziel war es, allen Fachkräften einen Einstieg in das Thema zu ermöglichen und sie von der Dringlichkeit von Prävention in der Kita zu überzeugen“, erklärt Dorothea Wolf, die zuständige Fachberaterin des Kitawerks. „Das ist gelungen!“

Seit 2012 sind Kitas und andere Institutionen durch das Bundeskinderschutzgesetz dazu verpflichtet, Schutzkonzepte gegen sexuellen Missbrauch zu etablieren. Das Kitawerk wird bis Ende 2019 für den Träger sowie jede einzelne Kindertagesstätte ein Schutzkonzept erarbeiten. Die Erarbeitung erfolgt auf Trägerebene in paritätisch zusammengesetzten Arbeitsgruppen sowie in jedem einzelnen Team. Unterstützt werden die Arbeitsgruppen und Teams von der Fachberatung sowie externen Referenten. Petze wird ebenfalls als fachliche Unterstützung zur Seite stehen.

„Der erste Schritt wird die Einführung in die Risiko- und Potentialanalyse im Rahmen der Leitungs-AG Ende Juni sein“, kündigt Dorothea Wolf an. „Mit dem neuen Kita-Jahr soll es dann richtig losgehen.“

Fachreferat Frühförderung, Integration, Kinderschutz im Kitawerk Lübeck: 

Dorothea Wolf, Telefon 0451 - 880 67-206, E-Mail wolf@kitawerk.de

PETZE - Institut für Gewaltprävention, Kiel:

www.petze-institut.de

Auch am zweiten Fachtag war der Saal in den Media Docks wieder gut besucht.

Nadine Wiederhold begrüßte die Kita-Fachkräfte und stimmte sie auf das Thema ein.

Als erste Referentin trat die Diplom-Pädagogin Pia Zeiher von Petze e. V. ans Rednerpult.