Nach 45 Jahren: Brigitte Hümme wird verabschiedet

Die Leiterin der Kita Wichern I in Moisling wird vielen fehlen

10.07.2017

„Meine 45 Jahre habe ich voll.“ Brigitte Hümme, Leiterin der Ev.-Luth. Kindertagesstätte Wichern I, blickt auf ein langes und reiches Berufsleben zurück. Am 21. Juli wird die 63-jährige „Gitti“, wie sie in ihrem Umkreis liebevoll genannt wird, feierlich aus ihrem Dienst verabschiedet.
1972 hat Brigitte Hümme ihr Vorpraktikum als Erzieherin in der heutigen Kita Bugenhagen I absolviert, war dann von 1973 bis 1980 zunächst an der heutigen Kita Wichern II beschäftigt, bevor sie zu Wichern I im Ilsebillweg wechselte. 37 Jahre lang ist sie der integrativen Einrichtung treu geblieben – zunächst unter dem Dach der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wichern, später unter dem des Kitawerks. Bis heute besteht eine enge berufliche und persönliche Bindung zur Gemeinde und zum Stadtteil Moisling, in den „Gitti“ Hümme einst im Alter von zehn Jahren hingezogen war.

Pastor Christian Gauer schätzt die engagierte Erzieherin und Heilpädagogin ganz besonders: „Gitti ist seit 44 Jahren segensreich in unseren Kitas unterwegs“, sagt er. „Sie ist eine liebevolle Mutter für die Kinder, aufmerksame und kompetente Leiterin für Mitarbeiter, engagierte und couragierte Ansprechpartnerin für die Eltern.“ In den Netzwerken der Wichern-Gemeinde und des Stadtteils sei sie zuhause und „für jede noch so verrückte Idee zu begeistern“, so Gauer weiter. Besonders in Fragen der Integration und Inklusion habe Brigitte Hümme „wie eine Löwin für diejenigen gekämpft, die sonst hintenan gestanden hätten.“

Drei der insgesamt vier Kita-Gruppen sind Integrationsgruppen, viele der Erzieherinnen haben bereits Ende der achtziger Jahre eine berufsbegleitende Ausbildung zum Thema Integration gemacht bzw. haben später immer wieder an Fortbildungen teilgenommen. In den Gruppen werden jeweils elf so genannte Regelkinder und vier Kinder mit besonderen Bedürfnissen betreut. „Die Kinder sind zum Teil mehrfach behindert“, so Hümme. Sie und ihr Team müssten immer wieder darum kämpfen, damit die Förderung dieser Kinder auch finanziell geleistet werden könne. „Ohne die Kollegen wäre das alles nicht möglich“, betont die Kita-Leiterin.

Gemeinsam hätte das Team so manches durchgemacht – unter anderem den frühen Tod eines jungen Kollegen. „Mit vielen Kolleginnen arbeite ich schon seit Jahrzehnten zusammen“, sagt Brigitte Hümme. „Wir haben Schicksalsschläge, aber auch gute Zeiten zusammen erlebt, ebenso mit der Kirchengemeinde und dem früheren Diakonischen Werk. Wir haben einfach ein tolles Netzwerk im ganzen Stadtteil“, betont sie. „Alle ziehen an einem Strang.“ Und wenn es mal nicht so lief, dann hätten ihr immer die Kinder geholfen: „Wenn mich eins unserer Kinder angelacht hat, konnte ich keine schlechte Laune mehr haben.“

Dem bevorstehenden Ruhestand sieht Brigitte Hümme gelassen entgegen. „Es werden sich viele Türen öffnen“, ist sie überzeugt, „und ich werde nicht untätig sein.“ Die Mutter eines Sohnes und einer Tochter lebt heute ländlich im Lauenburgischen, hat einen großen Freundeskreis und viele Hobbys. „Wir wollen gemeinsam reisen und Sport treiben“, freut sie sich, „das ist manchmal zu kurz gekommen.“   

Die Abschiedsfeier für Brigitte Hümme beginnt am Freitag, den 21. Juli um 15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Wichernkirche im Andersenring 29. Im Anschluss laden Kirchengemeinde und Kitawerk zu einem Empfang im Gemeindehaus. Für die Kinder gibt es ein buntes Programm.

Kontakt: Brigitte Hümme, Kita Wichern I, Tel. (0451) 80 13 30; wichern-1@kitawerk.de

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Brigitte Hümme mit Anjetta (3) und Emil (4, oben v. l.) sowie Ilana (5) und Lucia (3, unten v. l.).